Interview zur E-Mobilität mit Jens Meister von der Renault Deutschland AG

Orientierungshilfe: E-Mobilität in der Praxis

Blick unter die Haube des Renault Zoe
Blick unter die Haube: Renault ZOE

Kommt E-Mobilität für Sie in Frage? Die folgenden Fragen und Antworten unterstützen Sie bei der Entscheidungsfindung.

 

F: Wie lange hält ein Akku? Was ist, wenn der an Leistung verliert?
A: Der Akku hält solange, wie Sie das Fahrzeug halten! Sie profitieren während der kompletten Haltedauer eines Renault Z.E. von einer Akkukapazität von mind. 75%. Sollte die Kapazität nachlassen,  haben Sie Anspruch auf einen voll funktionstüchtigen Akku im kostenlosen Austausch.


F: Wo kann ich heute schon tanken (öffentlich) und wie tanke ich Strom zu Hause?
A: In Deutschland gibt es bereits eine breite öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, speziell in Ballungsgebieten. Über 2.500 öffentliche Ladestationen mit über 4.500 Ladepunkten sind bereits vorhanden, Tendenz täglich steigend. Eine gute Übersicht und Suchfunktion für Ladestationen in der Nähe, deutschland- und europaweit bieten folgende Anbieter:
Plugfinder.de, goingelectric.de, smarttanken.de, lemnet.org.

 

F: Rechnet sich ein Renault-E-Auto z.B. für den mobilen Pflegedienst?
A: Ohne finanzielle Anreize und Förderprogramme ist das Elektrofahrzeug im Anschaffungspreis heute noch teurer als sein thermisches Pendant. Die Renault Z.E. Fahrzeuge positionieren sich preislich bereits unter den erschwinglichsten auf dem Markt.

10 Jahre Kfz- Steuerbefreiung, attraktivere Versicherungstarife als ein Verbrenner (über unsere Partner), deutlich günstigere Ladekosten gegenüber Diesel und Benziner sowie geringerer Verschleiß und Wartungsaufwand sprechen in der Fahrzeughaltung für das Elektrofahrzeug.


F: Gibt es Förderprogramme?
A: Ja, regional Unterschiedliche.


F: Was sind die Unterschiede zu einem Hybrid?
A: Während Hybride für den Vortrieb Elektro- und Verbrennungsmotor miteinander kombinieren, baut ein Elektrofahrzeug auf einen rein elektrischen Antrieb. Keine Geräusch- und Schadstoffemissionen im Fahrbetrieb sind die nachhaltigen Vorteile, gleitender Fahrkomfort ohne Kuppeln, Schalten und Gangwechsel wesentliche Komfortmerkmale des Elektrofahrzeugs. Für das Elektrofahrzeug spricht zudem der kraftvolle Antrieb aus dem Stand, der hohe Wirkungsgrad des Motors (> 90%), deutlich weniger Verschleißteile und Flüssigkeiten sowie der günstigere Wartungsaufwand.


F: Kann ich eine Probefahrt machen?
A: Natürlich. Z.E. Stützpunkte haben immer Elektrofahrzeuge für Probefahrten vorrätig.


F: Gibt es Sonderkonditionen über die HKD?
A: Ja, die Sonderkonditionen sind im Rahmenvertrag zwischen Renault und der HKD hinterlegt.


F: Für welchen Einsatzzweck ist ein Renault-E-Auto geignet?
A: Für Einsatzzwecke, bei denen das Fahrzeug regional bewegt wird und das Fahrzeug um die 100 km am Tag fährt oder zwischengeladen werden kann.


F: Ihr Fazit/Empfehlung?
Wenn die Lade- und Bewegungsparameter passen, spricht nichts gegen ein E-Fahrzeug. Bitte überzeugen Sie sich bei einer Probefahrt von den Vorteilen des Elektroautos (Komfort, Beschleunigung).

Wann hat Renault mit der Entwicklung der E-Mobilität begonnen?

Renault Logo

Sehr frühzeitig bereits.
Während des Zweiten Weltkrieges kam es in Frankreich zu Ölknappheiten. Zu dieser Phase wurden Modelle mit Verbrennungsmotor bereits zu E-Fahrzeugen umgebaut. Renault stach hier mit dem Juvaquatre hervor, einer Kompaktlimousine, der man statt des Benzinmotors einen Elektroantrieb spendierte.
1959 legte Renault in den USA eine Kleinserie elektrisch betriebener Dauphine auf. Der Name des Elektroautos: Renault Henney Kilowatt. 18 Zwei-Volt-Batterien ermöglichten eine Reichweite von 60 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 60 km/h.
In den 70er Jahren forschte Renault in Frankreich gemeinsam mit dem Stromkonzern EDF an Ladestationen für Elektroautos. Insgesamt 4,5 Millionen Francs standen für dieses Projekt zur Verfügung. Renault baute eine Testflotte von vier Renault 4 und fünf Renault 5 mit Elektroantrieb auf und erforschte insbesondere neue Batterie-Technologien.
Anfang der 1980er unterstützte die französische Umwelt- und Energiebehörde ADEME das Elektroauto-Forschungsprojekt VOLTA von Renault. In dessen Rahmen entstanden unter anderem zehn elektrisch betriebene Renault Master mit Nickel-Eisen-Batterien, die in Chatellerault als Versuchsfahrzeuge für die Behörden zum Einsatz kamen. Die Forschungsfahrzeuge waren bis zu 80 km/h schnell und konnten mit einer Ladung 120 Kilometer weit fahren.
Ein weiteres Elektroauto aus dieser Epoche ist der Renault Express électrique. Er verfügte über einen 21 kW starken Elektromotor und Nickel-Cadmium-Batterien. Die Höchstgeschwindigkeit des Transporters lag bei 100 km/h, die maximale Reichweite betrug 140 Kilometer. 1989 spendierte Renault auch dem Kleinwagen Clio einen Elektroantrieb. Er war bis zu 110 km/h schnell und fuhr mit einer Akkuladung 80 Kilometer weit.
In den 90er Jahren stellte Renault zahlreiche weitere Elektroautos vor, darunter die Studie Ampératrice im Jahr 1994 sowie den Renault Kangoo Electr’oad mit Hybrid-Technologie, von dem 1999 insgesamt 500 Exemplare in den Handel kamen. Am 18. Juni 1995 präsentierte Renault den NEXT – eine Familienlimousine mit Hybrid-Antrieb. Die Kombination aus einem Dreizylinder-Verbrennungsmotor mit 750 Kubikzentimeter Hubraum und zwei Elektromotoren, die ihre Kraft an die Hinterräder weitergaben, ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h. Die 150 Kilogramm schweren Batterien platzierten die Ingenieure zugunsten eines niedrigen Schwerpunkts in Unterflurbauweise unter dem Fahrzeugboden. Die Studie Renault NEXT überzeugte mit einem niedrigen Durchschnittsverbrauch von nur 3,4 Litern (kombiniert) auf 100 Kilometern, bot reichlich Platz im Innenraum und ermöglichte eine rein elektrische Reichweite von bis zu 20 Kilometern. Zahlreiche Teile des Chassis bestanden aus Aluminium und Kohlefaser-Komponenten.
Dass Elektromobilität à la Renault ganz und gar nicht langweilig ist, bewies ein weiteres, besonders rasantes Elektroauto: 1996 präsentierte der französische Hersteller eine spektakuläre Rallye-Version des Renault Clio. Der Rennwagen war bis zu 210 km/h schnell und ermöglichte eine rein elektrische Reichweite von bis zu 40 Kilometern. Seine Leistungsfähigkeit stellte der Elektro-Clio standesgemäß unter Beweis: Er gewann die Rallye Monte Carlo für Elektrofahrzeuge.
2011 erfolgte unter der Marke Renault Z.E. die Einführung einer kompletten Modellpalette an rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen mit modernster Lithium- Ionen- Batterietechnologie. Mit der Z.E. Strategie, Elektromobilität erschwinglich und möglichst vielen zugänglich zu machen, erfüllen Kangoo Z.E., Twizy und ZOE heute bereits unterschiedlichste Kundenbedürfnisse.  

Wie weit ist der Stand der Technik in Bezug auf Ladezeiten und Reichweite?

Display im ZOE
Display im Renault ZOE

Das derzeit in dieser Beziehung innovativste Fahrzeug ist der Renault ZOE. Er bietet mit insgesamt fünf serienmäßigen Lademöglichkeiten zwischen 2 und 43 kW AC heute schon  maximale Flexibilität beim Laden. Mit 43 kW ist eine Akkuladung von 0 auf 80% beim ZOE in lediglich 30 min. möglich.
Ein weiteres Plus: Der Renault ZOE erlaubt das Laden mit dem in Europa verbreiteten Wechselstrom, während andere Hersteller noch auf Gleichstrom für die Schnellladung setzen – wobei der Aufbau der passenden Ladeinfrastruktur für Gleichstrom zehnfache Kosten verursacht.
Der Renault ZOE ist bereits mit einer mehr als alltagstauglichen Reichweite von 210 km homologiert. Je nach Fahrprofil sind 130 bis 180 km realistisch (rein innerstädtisch auch mehr), was für den täglichen Pendelverkehr vollkommen ausreichend ist.
Natürlich ist es unser Ziel, die Leistungsfähigkeit der Akkutechnologie stets zu verbessern und die Reichweite unserer Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren zu erhöhen.

Wodurch zeichnen sich Renault-Modelle insbesondere Im Vergleich zum Wettbewerb aus?

Die Marke Renault steht schon immer für erschwingliche Innovation im Alltag. Dies gilt auch für unsere Elektrofahrzeuge. Zum einen sind unsere Elektrofahrzeuge auch für den Normalbürger erschwinglich. Zum anderen sind sie alltagstauglich. Alle Renault Elektrofahrzeuge ermöglichen vernünftige Reichweiten und das Laden an der vorhandenen öffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur mit über 4.500 Ladepunkten in Deutschland.
Der Renault ZOE verfügt darüber hinaus über 60 Patente in der Elektromobilität, wie zum Beispiel seinen innovativen Chamäleon Charger, der über nur 1 Anschluss alle Lademodi zwischen 2 und 43 kW ermöglicht. Eine weitere Innovation, die im Automobilbau einmalig ist, ist die Nutzung der Wärmepumpentechnologie für die Klimatisierung des Innenraums. Diese besonders energieeffiziente und in vielen modernen Haushalten bereits genutzte Technologie spart 75% Energie gegenüber klassischen Klima- und Heizsystemen in Elektrofahrzeugen ein. Ein Umstand, der der Reichweite des Fahrzeugs zugute kommt.
Renault setzt darüber hinaus in all seinen Elektrofahrzeugen Drehstrom-Synchron-Elektromotoren der neuesten Generation ein. Diese arbeiten nach dem innovativen Prinzip der Fremderregung für den Motorantrieb, was den Einsatz von schweren Permanentmagneten und wertvoller seltener Erden in Elektromotoren verzichtbar macht.

Wie wird die Zukunft (zukünftige Technologie) aussehen – welcher Quantensprung ist notwendig?

Renault verfolgt weiterhin den Grundsatz, dass umweltfreundliche Mobilität FÜR ALLE möglich und erschwinglich sein muss und nicht nur einem exklusiven Kreis zugute kommt. Dies gilt auch für alternative Antriebe.
Vor dem Hintergrund der Zuverlässigkeit, Wartungs- und Verschleißfreundlichkeit von Elektromotoren, und den jüngsten Fortschritten in der Weiterentwicklung der Akkutechnologien in Leistungsfähigkeit, Lebensdauer, Größe, Gewicht und Preis, steht für Renault die reine Elektromobilität weiterhin im Fokus der Entwicklungen.
Als Hersteller arbeiten wir vor allem an der Verbesserung der Akkuleistung, Reichweite und Flexibilität beim Laden.   
Neben diesen technischen Entwicklungen sind aber auch Anreize für Wirtschaft und Gesellschaft und der Ausbau der Ladeinfrastruktur Kernerfolgselemente für den Durchbruch der Elektromobilität.

Welche Vorurteile / Ängste der Verbraucher stehen der Verbreitung im Wege?

Die gängigen Bedenken betreffen neben dem Kaufpreis vor allem Reichweite,  Ladezeiten und -infrastruktur, sowie die Lebensdauer des Akkus.

Welche (Vorreiter-)Rolle spielt Renault bei der Weiterentwicklung?

Mit der Einführung einer kompletten Modellpalette an Elektrofahrzeugen hat Renault viel Pioniergeist gezeigt. Der weltweite Aufbau von Batteriewerken gemeinsam mit dem Allianzpartner Nissan war nur ein erster Schritt für die Massenproduktion von Elektrofahrzeugen. Zur nachhaltigen Verbreitung von emissionsfreien  Elektrofahrzeugen hat die Renault-Nissan Allianz bereits mit über 120 Regierungen, Städten, Energieunternehmen und anderen Organisationen Partnerschaften geschlossen. Renault hat aber auch die Standardisierung des Stromanschlusses bei Elektrofahrzeugen mit vorangetrieben und sich zusammen mit rund 20 Automobilherstellern auf einen neuen, universellen Stromanschluss für Elektrofahrzeuge geeinigt. Der vom renommierten Hersteller von Lade- und Industriesteckvorrichtungen MENNEKES® entwickelte Ladestecker vom Typ 2 wurde vom Verband der europäischen Automobilhersteller ACEA als europäischer Standard empfohlen, im April 2009 erstmals auf der Hannover Messe vorgestellt und im Frühjahr 2014 von der EU zum Standard für die europäischen Hersteller definiert. Zudem kooperiert die Renault-Nissan Allianz in vielen Ländern mit Regierungen, Kommunen und Unternehmen beim Aufbau der nötigen Infrastruktur mit Stromtankstellen. Zahlreiche Kooperationen wurden unter anderem in Portugal, Spanien, Irland, China, Japan, Neuseeland sowie mehreren Staaten, Städten und Bezirken in den USA vereinbart. Die Vorreiterrolle von Renault in der Weiterentwicklung der Elektromobilität zeigt sich zudem in seinem Engagement als technischer Partner der neuen Rennserie Formel E. Gemäß dem Motto: „Vom Motorsport auf die Straße!“

Ist es ein Trugschluss, dass Strom zwar als umweltfreundlich im Output, aber übersehen wird, dass die Stromgewinnung (Input) sehr umweltbelastend sein kann?

In Deutschland wird aktuell über 40% der Energieproduktion aus Braunkohle gewonnen. Andererseits stammt heute schon 25% der Energie in Deutschland aus regenerativen Energien, wie Wind, Sonne und Wasser. Tendenz stark steigend. Mit jedem Solardach, Windrad und Wasserkraftwerk leisten wir nicht nur einen wesentlichen Beitrag für die Umwelt, sondern verbessern auch die Energiebilanz eines Elektrofahrzeugs in der Stromproduktion.
Aber auch Benzin entsteht ja bekanntlich nicht in der Zapfsäule, sondern hat häufig einen langen und emissionsbehafteten Transport und Produktionsprozess hinter sich. Hinzu kommt die aufwendige Rohölförderung. Ein Umstand, dem bei heutigen Umweltbilanzen häufig nicht hinreichend Rechnung getragen wird.

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